Keine Sonntagsöffnung
Sehr geehrter Herr OB, liebe Menschen der demokratischen Parteien und
Gruppen, lieber Einzelvertreter,
liebe Zuschauende an den Bildschirmen und hier im Saal
„Da isser wieder“. Ja, das werden sich vielleicht viele hier gedacht haben.
Ja, es ist ein Ritual, das sich leider jährlich wiederholt: die Diskussion um die
Sonntagsöffnungen in Bochum. Und wir als Linke werden nicht müde, das
immer und immer wieder anzuprangern und für einen Beschluss im Sinne der
Beschäftigten im Einzelhandel zu werben.
Besonders beschämend in diesem Jahr ist die Tatsache, dass die
bundesweite Allianz für den freien Sonntag vor ein paar Wochen ihr 20jähriges
Bestehen in Berlin feierte. Eine Allianz, in der Gewerkschaften und Kirchen
organisiert sind.
Aber trotz der Einsprüche von ver.di und DGB, also der organisierten
Arbeitnehmer*innenschaft, haben Sie und ihr, liebe SPD und Grüne, immer
wieder für eine Öffnung der Geschäfte hier an Sonntagen gestimmt. Die
jüngsten Umfragewerte sollten Sie nachdenklich machen.
Und auch Sie waren immer mehrheitlich dafür, liebe CDU, trotz Bedenken aus
christlichen Kirchenkreisen.
Und so bleiben wir als Linke die einzige Partei, die seit Jahrzehnten immer
und immer wieder die Interessen der Beschäftigten in Bochum vertritt.
Und wir sind natürlich gegen das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonn-
und Feiertagen in allen Stadtbezirken hier in Bochum und Wattenscheid. Ich
will mich stellvertretend auf Langendreer und „Bänke raus“ konzentrieren, weil
ich mich da am besten auskenne.Ganze 15 Geschäfte haben in den vergangenen Jahren das Angebot zur Sonntagsöffnung angenommen. Das ist erbärmlich wenig, und die
geöffneten inhaber*innengeführten Geschäfte anlässlich „Bänke raus“ haben
nur deshalb teilgenommen, weil sie Wasser oder Strom benötigt haben, um
ihre eigenen Popcorn- oder Waffelstände vor ihren Geschäften zu betreiben.
Und den Angestellten der Filialisten sollten wir die Chance geben, an dieser
schönen Veranstaltung „Bänke raus“ mit ihren Freundinnen und Freunden, mit
ihren Familien und Kindern gemeinsam teilzunehmen.
Deshalb überdenken Sie bitte ihre Entscheidung noch einmal.
Im Interesse der Beschäftigten!
Ich danke Ihnen.

