Keine Sonntagsöffnung

Die Linke im Rat der Stadt Bochum, Ralf D. Lange

Sehr geehrter Herr OB, liebe Menschen der demokratischen Parteien und

Gruppen, lieber Einzelvertreter,

liebe Zuschauende an den Bildschirmen und hier im Saal

„Da isser wieder“. Ja, das werden sich vielleicht viele hier gedacht haben.

Ja, es ist ein Ritual, das sich leider jährlich wiederholt: die Diskussion um die

Sonntagsöffnungen in Bochum. Und wir als Linke werden nicht müde, das

immer und immer wieder anzuprangern und für einen Beschluss im Sinne der

Beschäftigten im Einzelhandel zu werben.

Besonders beschämend in diesem Jahr ist die Tatsache, dass die

bundesweite Allianz für den freien Sonntag vor ein paar Wochen ihr 20jähriges

Bestehen in Berlin feierte. Eine Allianz, in der Gewerkschaften und Kirchen

organisiert sind.

Aber trotz der Einsprüche von ver.di und DGB, also der organisierten

Arbeitnehmer*innenschaft, haben Sie und ihr, liebe SPD und Grüne, immer

wieder für eine Öffnung der Geschäfte hier an Sonntagen gestimmt. Die

jüngsten Umfragewerte sollten Sie nachdenklich machen.

Und auch Sie waren immer mehrheitlich dafür, liebe CDU, trotz Bedenken aus

christlichen Kirchenkreisen.

Und so bleiben wir als Linke die einzige Partei, die seit Jahrzehnten immer

und immer wieder die Interessen der Beschäftigten in Bochum vertritt.

Und wir sind natürlich gegen das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonn-

und Feiertagen in allen Stadtbezirken hier in Bochum und Wattenscheid. Ich

will mich stellvertretend auf Langendreer und „Bänke raus“ konzentrieren, weil

ich mich da am besten auskenne.Ganze 15 Geschäfte haben in den vergangenen Jahren das Angebot zur Sonntagsöffnung angenommen. Das ist erbärmlich wenig, und die  

geöffneten inhaber*innengeführten Geschäfte anlässlich „Bänke raus“ haben

nur deshalb teilgenommen, weil sie Wasser oder Strom benötigt haben, um

ihre eigenen Popcorn- oder Waffelstände vor ihren Geschäften zu betreiben.

Und den Angestellten der Filialisten sollten wir die Chance geben, an dieser

schönen Veranstaltung „Bänke raus“ mit ihren Freundinnen und Freunden, mit

ihren Familien und Kindern gemeinsam teilzunehmen.

Deshalb überdenken Sie bitte ihre Entscheidung noch einmal.

Im Interesse der Beschäftigten!

Ich danke Ihnen.