250 Zwangsräumungen im Jahr 2025 in Bochum
Eine Anfrage der Ratsfraktion Die Linke an die Verwaltung hat ergeben, dass im Jahr 2025 in Bochum 335 Zwangsräumungen angesetzt waren, wovon 250 durchgeführt wurden. Die Hauptursache waren in ca. 90 % der Fälle Mietschulden, während 10 % auf mietwidriges Verhalten oder Eigenbedarf zurückgingen.
Betroffen waren 208 Single-Haushalte und 127 Mehrpersonenhaushalte, darunter 96 mit Kindern. Damit ist Bochum wieder beim relativ hohen Vor-Corona-Niveau angekommen. Dazu die Fraktionsvorsitzende Wiebke Köllner:
„Jede Zwangsräumung ist eine Zwangsräumung zu viel. Die Zahlen verdeutlichen die prekäre Lage vieler Haushalte, insbesondere von Alleinerziehenden und Familien mit Kindern. Leider ist die städtische VBW Bauen und Wohnen GmbH mit 76 Zwangsräumungen und damit über einem Drittel der Gesamtzahl zu einem guten Teil daran beteiligt. Die VBW als mehrheitlich kommunale Vermieterin sollte aus unserer Sicht mit gutem Beispiel vorangehen und auf diese menschenunwürdige Praxis verzichten.“
Zwar vermeldet die Stadt keine Verzweiflungstaten wie Suizide, eine große psychische Belastung für die Betroffenen ist eine Zwangsräumung trotzdem. Deshalb begrüßt es die Ratsfraktion Die Linke, dass die Stadt Bochum 123 Darlehen zum Wohnraumerhalt gewährt hat, davon 91 für Mietrückstände sowie 32 für Energiekostenrückstände. Diese Rückstände wurden komplett übernommen.
Dazu Wiebke Köllner weiter: „Darüber hinaus wäre es gut, wenn die Bearbeitungszeiten von Wohngeldanträgen schneller gehen würden, denn bereits zwei Monate Zahlungsrückstand sind ein Kündigungsgrund.“

