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Das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum, aufgenommen am 14.09.2019. +++ Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum

Umbenennung des “Geologischen Gartens“

Die Linke im Rat der Stadt Bochum

Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt, der Anregung des Beirats „Frauen, Geschlechtergerechtigkeit und Emanzipation“ zu folgen und einen Vorschlag für die Umbenennung des Geologischen Gartens nach einer Frau vorzulegen. Zudem wird die Verwaltung in Anlehnung an die Datei der „700 Frauen“ gebeten zu prüfen, ob beispielsweise der Name Erna Philipp angemessen sein könnte. Hierzu sollen die Angehörigen von Frau Erna Philipp kontaktiert und um ihr Einverständnis gebeten werden, sofern dies mit vertretbarem Aufwand erfolgen kann.

Begründung:

Der Beirat „Frauen, Geschlechtergerechtigkeit und Emanzipation“ hat am 28.06.2022 festgehalten, „dass bei einer Umbenennung oder Benennung von Plätzen eine verbindliche Prüfung stattfindet, ob es eine Frau gibt, die sich sachlich und örtlich in das Gebiet einfindet und neue Namensgeberin werden kann, damit der Beschluss des Frauenbeirates unter Beachtung der gegebenen Vorgaben umgesetzt wird“ (Niederschrift der 6. Sitzung). Damit einhergehend wurde in der damaligen Beiratssitzung angeregt, die Sammlung „700 Jahre – 700 Frauen“ als Quelle für eine Umbenennung bzw. Benennung zu verwenden (Nr. 20220305). 

Es erscheint daher konsequent, diesen Grundsatz auch auf die Benennung öffentlicher Parks etc. anzuwenden.

Erna Philipp (1896–1989) war Gemeindesekretärin der Jüdischen Gemeinde Bochum und engagierte sich für die Unterstützung jüdischer Arbeiter*innen, Bedürftiger sowie Verfolgter – auch nach der Zerstörung ihrer Arbeitsstätte in der Pogromnacht setzte sie ihre Arbeit von ihrer verwüsteten Wohnung aus fort. Gemeinsam mit Else Hirsch organisierte sie ab 1938 Kindertransporte und begleitete elf Züge mit jüdischen Kindern in die Niederlande und nach Großbritannien, wodurch sie zahlreichen Kindern die Flucht vor den Nationalsozialisten ermöglichte. Mit dem letzten Transport gelang ihr selbst die Flucht nach England, während Else Hirsch später von den Nationalsozialisten im Ghetto Riga ermordet wurde. Während Else Hirsch mit einer Straße geehrt wird, gibt es für ihre Mitstreiterin Erna Philipp bislang nichts Entsprechendes.

 

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