Zum Hauptinhalt springen
Das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum, aufgenommen am 14.09.2019. +++ Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum

Gesamtschule Am Kulturgleis/City-Tor Süd

Die Linke im Rat der Stadt Bochum

Der Rat möge beschließen:

Der Beschlussvorschlag wird wie folgt ersetzt:

(“Der Rat beschließt die bauliche Umsetzung des 11. Gymnasiums am Standort City-Tor Süd/ Am Kulturgleis inklusive vorlaufender Interimsmaßnahmen. Zudem wird die Verwaltung beauftragt, die Realisierungsbedingungen für den Bau einer Sporthalle an dem Standort zu prüfen. Die Standortänderung des 11. Gymnasiums wird in die Maßnahmenliste der Beschlussvorlage 20250015 „Beschleunigung von Schulbaumaßnahmen“ und das Multiprojektmanagement übernommen.”)

Der Rat beschließt zum nächstmöglichen Schuljahr die bauliche Umsetzung einer 7. Gesamtschule mit eigener gymnasialer Oberstufe. Der Rat beauftragt die Verwaltung, die Standortplanung neu auszurichten und einen alternativen, innenstadtnahen Standort zu prüfen. 

Begründung:

Bildungspolitik ist ein maßgeblicher Faktor für soziale Gerechtigkeit. Gesamtschulen überwinden die frühe Aufteilung von Kindern auf verschiedene Schulformen und ermöglichen somit längeres gemeinsames Lernen. Diverse Bildungsstudien belegen, dass der Bildungserfolg in Deutschland noch immer stark von der sozialen Herkunft abhängt. Kinder mit akademischem Hintergrund gehen deutlichen häufiger auf ein Gymnasium als andere, selbst bei vergleichbaren Leistungen. Soziale Ungleichheit wird somit weiter zementiert und nicht aufgebrochen. Gesamtschulen wirken diesem Mechanismus entgegen, halten Bildungswege länger offen und fördern somit soziale Durchmischung und Chancengleichheit. Alle Abschlüsse inklusive des Abiturs können an einer Gesamtschule erreicht werden. Gleichzeitig sind Gesamtschulen zwar nicht die Lösung für alle Bildungsungleichheiten, aber sie sind besser geeignet, mit diesen umzugehen, als Gymnasien. So sind Gesamtschulen beispielsweise anders als Gymnasien inklusionspflichtig.

Zwar ist durch den Schulentwicklungsplan eine prognostizierte Nachfrage an zusätzlichen Mehrklassen in Gymnasien ersichtlich, ebenso aber auch für Gesamtschulen. Schulpolitik ist auch immer Steuerungspolitik und soll Antworten darauf finden, wie wir als Gesellschaft Lernen und Aufwachsen möchten und wie wir gesellschaftlichen Zusammenhalt erreichen möchten. Dies sollte mit einer gemeinschaftlichen Gesamtschule geschehen, nicht mit einem weiteren Gymnasium. Nach der Verlagerung der Gesamtschule Mitte wird mit der Heinrich-Böll-Gesamtschule nur noch eine innenstadtnahe Gesamtschule fünf Gymnasien gegenüberstehen. Mit der Nähe zu vielen Bahngleisen zeigen sich vor allem ungeklärte lärmschutztechnische Fragen als weitere Probleme am Standort.

 Bei einigen Eltern zeigt sich ein eine erhöhte Nachfrage nach Gymnasien, was aber sagen die „Betroffenen“? Was ist der Wille der Schüler*innen? Die Landesschüler*innenvertretung NRW (LSV NRW) sagt, dass „das mehrgliedrige Schulsystem abgeschafft werden und durch die inklusive Ganztagsgesamtschule ersetzt werden“ soll. Die Liste an Unterstützer*innen für die Gesamtschule generell, bzw. „Eine Schule für alle“ ist lang. Organisationen wie die Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule oder der Landeselternverband der Primusschulen, Gemeinschaftsschulen, Sekundarschulen und Gesamtschulen in NRW als auch das NRW-weite Bündnis aus unterschiedlichen Organisationen „Eine Schule für alle“ unterstützen dies. 

Die weitere Begründung erfolgt mündlich. 

Zurück zum Kopf der Seite