Kosten und Auswirkungen von privatem Feuerwerk in Bochum
Der Einsatz von privatem Feuerwerk an Silvester steht seit Jahren zunehmend in der Kritik. Neben der erheblichen Belastung für Klima und Umwelt – insbesondere durch Feinstaubemissionen, Schadstoffe und große Mengen an Abfall im öffentlichen Raum – führt privates Feuerwerk zu einer erhöhten Zahl an Verletzungen. Jedes Jahr müssen zahlreiche Menschen nach Unfällen mit Feuerwerkskörpern medizinisch versorgt werden, teils mit schweren gesundheitlichen Folgen. Gleichzeitig bindet der Jahreswechsel erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen von Rettungsdiensten, Polizei, Ordnungsbehörden und der Stadtreinigung.
Zwar ist die Stadt Bochum nicht in der Lage, ein generelles Böllerverbot zu erlassen, jedoch existieren bereits gesetzliche Regelungen, die die Nutzung von Feuerwerkskörpern einschränken. So ist das Zünden von Feuerwerkskörpern nur an Silvester zwischen 18:00 und 01:00 Uhr erlaubt, und auch bestimmte Gebiete wie Krankenhäuser und Altenheime sind explizit ausgenommen.
Vor diesem Hintergrund fragt die Fraktion Die Linke im Rat:
- Welche Kosten sind der Stadt Bochum beim letzten Jahreswechsel durch privates Feuerwerk entstanden?
Wie hoch waren dabei jeweils die Aufwendungen für
- Notarzt- und Rettungsdiensteinsätze,
- Einsätze von Polizei und Ordnungsdienst sowie
- Reinigung und Müllbeseitigung im öffentlichen Raum?
- Wie viele Personen mussten im Zusammenhang mit privatem Feuerwerk aufgrund von Verletzungen durch Feuerwerkskörper beim letzten Jahreswechsel im Krankenhaus medizinisch behandelt werden?
- Wie teuer ist vergleichsweise ein öffentliches Feuerwerk, zum Beispiel am Maiabendfest?
- Welche Gründe gibt es, die gegen Stadtteilfeuerwerke sprechen?
- Welche Maßnahmen werden von der Stadt Bochum ergriffen, um sicherzustellen, dass die gesetzlichen Regelungen zum Böllern, insbesondere die Zeit- und Ortsbeschränkungen, konsequent eingehalten werden?
- Wie viele Bußgelder wurden im letzten Jahr im Zusammenhang mit Verstößen gegen diese Vorgaben verhängt, und wie viele Kontrollen wurden diesbezüglich durchgeführt?
- Die Region Tippelsberg–Berger Mühle steht unter Naturschutz. Dennoch kam es dort beim vergangenen Jahreswechsel zum Abbrennen von Feuerwerkskörpern, wodurch die in dem Gebiet lebenden Vogelarten und weiteren Tiere erheblich gestört wurden. Das Zünden von Feuerwerk ist in Naturschutzgebieten aus Gründen des Tier- und Artenschutzes unzulässig. Welche Maßnahmen plant die Stadt Bochum künftig, um die in diesem Bereich geltenden gesetzlichen Vorgaben durchzusetzen und derartige Verstöße zu verhindern?
- In Bochum beginnt das private Böllern teils bereits im November, was für Hunde und andere Tiere ein Problem darstellt. Welche Maßnahmen plant die Stadt Bochum, um den vorzeitigen Gebrauch von Feuerwerkskörpern zu verhindern und die Belastung für Tiere zu verringern?
Welche konkreten Schritte unternimmt die Stadt Bochum, um den Lärm und die Panikreaktionen bei Tieren, insbesondere bei Hunden, während der Silvesterzeit zu minimieren?
