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Das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum, aufgenommen am 14.09.2019. +++ Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum

Förderung und langfristige strukturelle Unterstützung der Selbsthilfe in Bochum

Die Linke im Rat der Stadt Bochum, AGS

Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur
gesundheitlichen Versorgung, Prävention und sozialen Teilhabe. Sie unterstützen Menschen mit
chronischen Erkrankungen, psychischen Erkrankungen, Behinderungen sowie deren Angehörige und
ergänzen damit die professionelle Gesundheitsversorgung. Durch den gegenseitigen
Erfahrungsaustausch, niedrigschwellige Unterstützung und frühzeitige Hilfen tragen sie dazu bei,
gesundheitliche Krisen zu vermeiden oder abzumildern.

Darüber hinaus stellt die Selbsthilfe eine vergleichsweise kostengünstige Form der Unterstützung
dar. Sie stärkt die Eigenverantwortung von Betroffenen, fördert gesellschaftliche Teilhabe und kann
durch frühzeitige Unterstützung das Gesundheits- und Sozialsystem nachhaltig entlasten. Eine starke
Selbsthilfelandschaft liegt daher im Interesse der gesamten Stadtgesellschaft.

Für eine langfristig erfolgreiche Selbsthilfearbeit sind jedoch verlässliche Rahmenbedingungen
erforderlich. Viele Selbsthilfegruppen arbeiten überwiegend ehrenamtlich und sind auf eine
dauerhafte finanzielle und strukturelle Unterstützung angewiesen. Unsichere Projektförderungen,
fehlende Räumlichkeiten oder organisatorische Herausforderungen erschweren vielerorts die
kontinuierliche Arbeit.

Vor diesem Hintergrund fragt die Fraktion Die Linke:

1. Wie viele Selbsthilfegruppen gibt es in Bochum?

2. Bestehen nach Einschätzung der Verwaltung Versorgungslücken oder Themenbereiche, in
denen es bislang keine oder nur wenige Selbsthilfeangebote gibt? Falls ja, welche?

3. Welche Möglichkeiten haben Bürger*innen in Bochum sich über die bestehenden
Selbsthilfeangebote zu informieren?

4. Sieht die Verwaltung Möglichkeiten, den Zugang zu Selbsthilfeangeboten insbesondere für
junge Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte, Menschen mit Behinderungen sowie
Menschen mit psychischen oder chronischen Erkrankungen, weiter zu verbessern? Falls ja,
welche?

5. Wie hat sich die Zahl der Selbsthilfeangebote in den letzten 5 Jahren verändert?

6. In welcher Höhe unterstützt die Stadt Bochum finanziell die Selbsthilfegruppen?

7. Hat sich die Fördersumme in den letzten 5 Jahren verändert? Wenn ja, wie?

8. Welche Formen der Unterstützung bietet die Stadt Bochum neben finanziellen Zuschüssen an
(z. B. Bereitstellung von Räumen, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit oder Vernetzung)?

9. Sind der Verwaltung Fälle bekannt, in denen Selbsthilfegruppen ihre Arbeit einstellen
mussten? Falls ja, welche Erkenntnisse liegen hierzu vor?

10. Wie bewertet die Verwaltung die langfristige finanzielle und strukturelle Absicherung der
Selbsthilfe in Bochum? Gibt es Überlegungen diese auszubauen?

11. Welche Bedeutung misst die Verwaltung der Selbsthilfe für die Prävention, die psychosoziale
Versorgung sowie die Entlastung des Gesundheits- und Sozialsystems in Bochum bei?

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