Bauplanverfahren Osterweiterung Technologiequartier

SPD, Grüne, Linke in der BV Süd

Gemeinsamer Fragenkatalog an das Amt für Stadtplanung zum Bauplanverfahren zur Osterweiterung Technologiequartier

Bedarf für eine TQ-Erweiterung und Begründung für den geplanten Umfang 

  1. Inwieweit berücksichtigt die Planung den seit 2022 rückgängigen Büroflächenumsatz und die seit 2021 ansteigende Leerstandsquote, welche der Büromarktbericht der Bochumer Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft von 2025 in zwei Diagrammen darstellt. 

    Wie wird daher die Notwendigkeit a) der TQ-Erweiterung insgesamt und b) innerhalb der nächsten 10 Jahre begründet.

  2. Könnte die eventuell noch bestehende geringere Nachfrage nach Büroflächen nicht auch mit den bereits vorhandenen Flächen und den schon jetzt konkret geplanten Flächen (Beispielhaft sollen hier nur genannt werden die Flächen im Bochumer Osten und im Bereich der ehemaligen Zeche Prinz-Regent) gedeckt werden?
  3. Wie hoch ist der Leerstand bei Büroflächen im Bezirk Süd aktuell konkret (in qm ausgedrückt). 

 

Umfang der Osterweiterung, Prüfung von alternativen Planungen

  1. Welche Möglichkeiten bestehen, um auf eine Überplanung des südlich der Unistraße gelegenen Straßenohrs zu verzichten?

Aus Sicht der Bezirksvertretung sind die folgenden Varianten zu prüfen:

Variante a: Möglichkeiten zur Reduzierung des Flächenbedarf der Osterweiterung durch Umplanung im bestehenden TQ und angrenzenden Flächen:

Vorgesehen ist die Errichtung eines weiteren Parkhauses: Warum wird dieses für notwendig erachtet? Gibt es Daten zur Auslastung des bereits bestehenden Parkhauses im TQ? Könnte dieses Parkhaus nicht stattdessen erweitert werden?

Mit Blick auf die bisherige Flächennutzung im TQ: Werden Möglichkeiten der Nachverdichtung und effektiveren Flächennutzung gesehen? Wurden diese geprüft?

Es ist aktuell eine maximal viergeschossige Bebauung vorgesehen. Warum ist dies so und welche Alternativen zur Reduzierung der überplanten Flächen sind insofern baulich denkbar?

Gibt es noch Möglichkeiten einer reduzierten Osterweiterung, wenn dafür Flächen des Hochschulparkplatzes verwendet werden können? Sind im Übrigen bereits die zur Verfügung stehenden Flächen auf dem Gesundheitscampus ausgeschöpft?

Variante b: Welche baulichen Möglichkeiten bestehen beim oder anstelle des bisherigen Straßenohrs?

Möglichkeit zum Bau einer neuen Abfahrt von der Universitätsstraße und einer neuen Auffahrt auf die Universitätsstraße? (Für die Auf- und Abfahrten aus der entgegengesetzten Richtung kann, wie bisher schon, das "Ohr" nördlich der Unistraße genutzt werden.)

Möglichkeiten der Modifizierung der Auf-/Abfahrt zur Unistraße am Hustadtring (bspw. wie ursprünglich mal vorgesehen auf gleiche Höhe bringen)

Straßenverkehrliche Situation und Auswirkung auf Anwohnende

  1. Was sind die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens? Wie wirkt sich dem Gutachten nach die verkehrliche Zunahme auf Immissionen (inkl. Lärm) und Verkehrsflüsse aus? Wann wird das Gutachten der Bezirksvertretung zugänglich gemacht?
  2. Welche Planungen zum Umbau der Kreuzung Schattbachstr./ Lise-Meitner-Allee sind aktuell geplant? 
  3. Welche Planungen bestehen im Bereich der nördlichen Ab- und Zufahrt der Universitätsstr. zur Schattbachstraße mit den Einmündungen der Overbergstraße und der Westerholtstraße? 

    Wie soll hier die Sicherheit des Fuß- und Radverkehrs verbessert werden, insbesondere bei prognostizierter Zunahme des Autoverkehrs?

  4. Nach der jetzigen Planung wird der Hustadt der direkte Zugang zur Unistraße Richtung A43 und Langendreer genommen, während zugleich der Fuß- und Radverkehr zur U35 Haltestelle „Hustadt“ und zum Westerholtpark durch die vielen Autos unsicherer wird. Wie ist das zu rechtfertigen?

 

Auswirkungen auf Fuß-, Rad- und Öffentlichen Nahverkehr

  1. Welche Planungen bestehen, um die fußläufige Anbindung der U35-Haltestelle „Hustadt“ zum Technologiequartier, zur Hochschule und zur Hustadt künftig sicherer zu machen, trotz erwarteter Zunahme des Auto-Verkehrsaufkommens. 

    Sind Veränderungen der Fußgängerüberwege vorgesehen? Werden insbesondere Fußgängerüberwege im Bereich der beiden Bushaltestellen und am Eingang des Westerholtparks eingerichtet?

    Gibt es Planungen zur Installation von taktilen Leitsystemen und sonstigen Maßnahmen zur Barrierefreiheit?

  2. Sind Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit von Radfahrenden in der Schattbachstraße vorgesehen?

 

Eingriffe in die Natur und Landschaft

  1. Die Umsetzung der Planung bedeutet, dass eine ökologisch sehr wertvolle Freifläche versiegelt wird. Es kommt zu Artenverlusten und zu einem Anstieg der Temperatur im Umfeld des TQ. Auch wenn der Umweltbericht noch nicht vorliegt, fragen wir schon jetzt welche Kompensationsmaßnahmen hier vorgesehen sind.
  2. Erschwerend kommt hinzu, dass bereits bestehende Kompensationsflächen (u.a. Wald im Auf- und Abfahrtsbereich zur Universitätsstraße) überplant wurden, wodurch eine doppelte Kompensation notwendig wird. Bitte führen Sie genauer aus, wo und in welchem Umfang die Kompensation erfolgen soll.
  3. Was wird zum Schutz des angrenzenden Naturschutzgebietes „Königsbüscher Wäldchen“ unternommen?

 

Zum Verfahren und Kosten

  1. Was sind die nächsten Termine im Bauplanverfahren? Wann werden rechtsverbindliche  (Vor-)Entscheidungen getroffen?
  2. Besteht die Möglichkeit einer zweiten Öffentlichkeitsbeteiligung noch innerhalb der frühzeitigen Beteiligung?
  3. Mit welchen Kosten rechnet die Verwaltung für die verkehrlichen Umbaumaßnahmen (getrennt in Abtragung Ohr Unistr./Hustadtring sowie Umbauten auf der Schattbachstr.)?